Wie ich schon ausführte würde bundesweit Tempo 30 die Unfallzahlen drastisch senken. Das würde aber nur Sinn machen, wenn es auch flächendeckend kontrolliert würde. Leider ist die Botschaft, die der Gesetzgeber damit sendet folgende: wir kümmern uns um die Rahmenbedingungen und wenn die dir nicht gefallen dann laß Dich nicht erwischen. Prävention ist sicherlich in vielen Bereichen sinnvoll. Mir gefällt aber mehr der Ansatz, dass die Strafen drastisch erhöht werden für den Fall das etwas passiert. Wenn nix passiert warum dann tätig werden? So würde die Verantwortung wieder mehr auf den Verkehrsteilnehmer lasten anstatt auf der Behörde. Schlimm ist ja nicht die Geschwindigkeit, sondern der Unfall. Wenn ich vor jeder Kurve ein Schild aufstelle, das die Geschwindigkeit regulieren soll führt das unterschwellig zu einer Erwartung, dass der Schilderaufsteller sich schon um meine Sicherheit kümmert und ich nicht mehr selbst schauen muß um was für eine Kurve es sich handelt. Gerade in Deutschland habe ich immer häufiger das Gefühl, dass die Verkehrsteilnehmer mehr damit beschäftigt sind, sich Schilder anzuschauen, anstatt auf die Strasse.
Ich hoffe der Diskussion noch um den einen oder anderen bisher nicht erwähnten Aspekt erweitert zu haben.
Entspannte Grüße
Stoppelhopser
P.S. ich habe gehört, dass in Schweden Blitzer stehen sollen, die jeden registrieren. Die Einnahmen aus der Übertretungen werden dann unter denen verlost, die sich an die Geschwindigkeit gehalten haben. Das ist mal ein pädagogisch sinnvoller Ansatz. Viel besser als die von einigen Kommunen praktizierte und pädagogisch höchst bedenkliche Wegelagerei an Stellen, wo sich gut kassieren läßt es aber aus verkehrsicherheitsrevanter Sicht keinen Sinn macht.
(Ich weiß, das sich die schwedische Lösung in Deutschland aus datenschutzrechtlichen Gründe nicht umsetzen läßt, siehe Section Control)