Gabel weicher abstimmen

  • #1

    eine Frage an die Experten. Meine XSR ist von Seiten der Gabel etwas bockig. Habe mit Hilfe eines Kabelbinders festgestellt, dass der Federweg vorne bei weitem nicht ausgenutzt wird. Bringt dünnflüssigeres Gabelöl etwas?

    Danke für Antworten!

  • #2

    Durch dünnflüssigeres Gabelöl wird die Dämpfung herabgesetzt und die Ein-/Ausfedergeschwindigkeit beeinflusst. Auf den Einfederweg hat das normalerweise keinen Einfluss, es sei denn du hasst die Dämpfung komplett zugeknallt.

    Der Einfederweg hängt maßgeblich von der Federrate ab. Willst du den Einfederweg vergrößern, dann musst du weichere Federn verbauen.

    Wieviel Federweg nutzt du denn aktuell an der Gabel und hast du dir den Einfederweg bei einer Vollbremsung schon angeschaut? Was für ein XSR900 fährst du denn?

  • #3

    Dünnflüssigeres Gabelöl hilft schon etwas und dazu auch noch etwas weniger Öl, also mehr Luftpolster. Es kann aber sein, dass das Ganze dann zu weich wird. Wie schwer bist Du denn? Mit Federvorspannung vollständig raus bzw. nur eine oder halbe Umdrehung rein, müsstest Du den Federweg schon fast vollständig ausnutzen können, außer Du hast nur 50/60 kg.

    Das Problem in der Serie bei der RN 43 ist die fehlende Druckstufe, dadurch fällt die Abstimmung für eine genügend stabile Unterstützung der Gabel in der Kurve z. B. bei Bodenwellen und gleichzeitiger guter Bremsstabilität mit nicht zu starken Einsinken der Gabel und gleichzeitigem gutem Ansprechverhalten mit vollständiger Ausnutzen des Federwegs schwer, weil wenn man auf gute Fahrstabilität abstimmt, kann man den Federweg nicht mehr vollständig nutzen. Die einfachste und kostengünstigste Lösung ist, einen Dämpfungskolben für die Druckstufe in den in der Druckstufe nicht einstellbaren linken Gabelholm einbauen zu lassen.

  • #4

    Hallo Aries, ich fahre die RN43 von 2020. Ich möchte den Fahr-Komfort erhöhen. Bei Überfahren eines Kanaldeckels entstehen m.E. zu große Schläge von Seiten der Gabel. Insbesondere, da ich mal die MT 09 SP gefahren habe mit Öhlins Fahrwerk, da gab es auf einmal keine Kanaldeckel mehr auf den Straßen. Liege ich falsch, dass, wenn die Gabel (etwas) zu stark dämpft, der Federweg dann kleiner ist? Die Frage nach der aktuellen Ausnutzung muss ich später beantworten, dann wirklich gemessen. Ich hatte vor meinem Post gesehen, dass noch ca. 30 - 40 mm Chrom unter dem Kabelbinder war (ohne Vollbremsung). Werde berichten.

    Hallo Thomas, ich wiege mit Kombi und Helm ca. 85 kg. Federvorspannung ist auf niedrigste Stufe, Dämpfung offen. Ich bin kein Speedfan und suche eher Komfort. So ist meine Logik: die blöden Kanaldeckel erzeugen doch Hochgeschwindigkeits-Einfedern und der Einfedervorgang wird stark von der Viskosität des Öls bestimmt. Da müsste dünnflüssigeres Öl doch etwas bringen - oder liege ich da falsch?

    Meine Frage: muss man die Gabel auseinander bauen, wie im Handbuch beschrieben, inclusive Federausbau, um das Öl zu wechseln oder läuft das Öl auch schon so raus, wenn man die Kappe abschraubt und den Holm umdreht?

    Allzeit gute Fahrt mit dem aufregendsten Motorrad dieser Erde!

    Grüße, Jobst

  • #5

    Hallo erst mal,


    das dünnere Öl hat bei mir die Gabel nicht weicher gemacht, eher sensibler.

    Das Thema der Kanaldeckel war bei mir nach Einbau von progressiven Federn Geschichte,

    dazu gab es das passende Öl von Hersteller sowie die zu meinem Gewicht passenden Einfüllmengen.

    Für die 80-90 Euronen kann ich diesen Weg sehr empfehlen.

    Cu Mick
    ____________________________________

    Ich fahr zur Hölle, braucht wer was?

  • #6

    Ja gut, soweit alles eigentlich normal zu behandeln, also mit 85 kg normales Gewicht. Was ich in jedem Fall anmerken würde, dass im Prinzip alles offen z. B. auch die Zugstufe ganz auf, weil die neben der Vorspannung einstellbar ist, nicht unbedingt zielführend ist, weil die Gabel dann zu schnell ausfedert. Das verhindert auch bei einer vollständig offenen Vorspannung ein harmonisches Wiedereinfedern. Ich würde daher wenigstens eine Zufstufeneinstellung von einer bis 1 1/2 Umdrehungen empfehlen.

    Na ja, wie Mick geschrieben hat, wird dann dünneres Öl wohl nichts bringen und der Wechsel zu progressiven Federn sicherlich besser sein.

    Das kannst Du ja dann beim Gabelölwechsel gleich mit erledigen. Zum Gabelölwechsel muss auf jeden Fall die Endkappe der Gabel oben von der Kolbenstange abgeschraubt werden, weil sonst geht das Öl nicht vollständig raus.

    Ein Vergleich mit dem Öhlinsfahrwerk einer MT 09 SP hinkt natürlich gewaltig, dessen Performance ist mit dem Serienfahrwerk der XSR RN 43 nicht erzielbar. Bei der RN 80 sieht es durch die einstellbare Druckstufe vorne schon anders aus. Wie gesagt einen Druckstufendämpfungskolben in die Gabel der RN 43 einbauen, bringt am meisten.

  • #7

    Danke, Jungs. Immer interessant, andere Meinungen zu hören!

    Mick, wie kommen 80 - 90 EUR für progressive Federn und Öl zusammen? ich finde diese bei Louis für 150 EUR und das Öl kostet noch einmal 25 EUR. Welche Quellen hast Du da benutzt?

  • #8

    sorry stimmt, das war mein Rabatt-Preis vor Corona, es gibt bei Wilbers direkt, meinem Yamaha Händler oder auch bei Luise 1-2mal im Jahr Rabattaktionen auf die Wilbers Teile.

    Cu Mick
    ____________________________________

    Ich fahr zur Hölle, braucht wer was?

  • #9

    Die Rabattaktionen auf die Wilbers Teile gibts immer jedes Jahr im Oktober den ganzen Monat lang

    ...manchmal bin ich auf beiden Ohren blind :P


    Honda VT 500 E - Suzuki LS 650 Savage - Harley Davidson 1200 Sportster - Honda CB 750 Sevenfifty - Suzuki GSX 1100 G -

    Suzuki Bandit 1200 - Yamaha XJR 1200 Kenny Roberts Replica - Honda CBR 600 F (PC35) - Honda VTR 1000 F Firestorm -

    Suzuki GSX 1400 - Triumph Tiger 955i - Yamaha FZS 1000 Fazer - Suzuki DL 650 V-Strom (K04) - Suzuki V-Strom 650 (L2) -

    Yamaha XSR 900 - Yamaha Tracer 900 GT - Suzuki GSX 750 AE Inazuma - Suzuki GSX 1200 Inazuma

  • #10

    Die Gabel der XSR900 (RN43) neigt im original tatsächlich dazu bei kühleren Temperaturen etwas bockig zu reagieren. Das liegt an der abnehmenden Viskosität des Gabelöls bei kühleren Temperaturen, wodurch die Dämpfung in der Gabel leicht zunimmt.

    Bei etwas wärmeren Temperaturen passt das Dämpfungssetup in Verbindung mit dem Gabelöl eigentlich ganz gut, aber bei kühleren Temperaturen ist die Gabel eher mal etwas überdämpft.

    Bei einer volleinstellbaren Gabel könnte man einfach die Zug- und Druckstufendämpfung 1-2 Klicks aufdrehen und das bockige wäre wieder weg, aber bei der alten XSR900 gibt es diese Option nicht. Also wenn es dir nur darum geht die Schläge beim Überfahren von Bodenunebenheiten wie Kanaldeckeln zu reduzieren, dann ist die Reduzierung der Dämpfung sicher das zielführendste und dies durch die Verwendung eines etwas dünnflüssigeres Gabelöls sicher auch die günstigste Methode.


    Andere Federn zu verbauen, würde ich an deiner Stelle erst einmal hinten anstellen, denn die Federate hat zwar auf den Fahrkomfort auch einen Einfluss, aber der ist im Vergleich zur Dämpfung eher gering. Dafür hat die Federrate einen großen Einfluss auf die Fahrdynamik. Die originalen Gabelfedern sind ja eigentlich bereits von der weichen Sorte und sollten für dein Gewicht prinzipiell mal nicht völlig verkehrt sein und es handelt sich dabei auch schon um progressive Federn. Also bevor du anfängst da etwas zu ändern, würde ich erst einmal schauen, ob du mit der aktuellen Federrate tatsächlich ein Problem hast.

    Wenn du dich auf die XSR setz und dann mal misst, wie weit die Gabel vorne nur durch dein Gewicht eintaucht, müsste da wahrscheinlich noch irgendwas um die 10 cm vom verchromten Innenrohr zu sehen sein. Wenn dann beim gemütlichen Fahren die Gabel anschließend soweit eintaucht, dass so wie du sagst, noch etwa 3-4 cm vom verchromten Rohr zu sehen sind, hört sich das für mich jetzt nicht zwingend danach an, dass du ein Problem mit der Federrate hast. Je nachdem wie stark du bremst können 3-4 cm auch völlig i.O. sein. Da solltest du auf alle Fälle mal schauen, wie weit deine Gabel bei einer Gefahrenbremsung eintaucht und dann schauen wieviel Luft noch ist bevor die Gabel auf Block geht.

    Wo die originale Gabel auf Block geht, habe ich selber leider nie ausprobiert, aber ich meine bei einer Gefahrenbremsung waren bei mir noch ca. 1,2 oder 1,4 cm vom verchromten Rohr übrig, aber ich bin mit 115 kg fahrfertig auch etwas schwerer als du. Ich schätze mal, dass die Gabel wahrscheinlich auf Block gehen wird, wenn noch min. 5 mm oder gar 1 cm vom verchromten Rohr zu sehen sind.


    Ja, der Einfederweg der Gabel wird maßgeblich über die Federrate der in der Gabel verbauten Federn festgelegt und natürlich über die Kraft, die von Außen auf die Gabel einwirkt. Die Dämpfung hat keinen Einfluss auf den Einfederweg, sondern nur auf die Geschwindigkeit, wie schnell der Weg zurückgelegt wird. Es kann natürlich sein, dass die Gabel bei einer kurzen starken Beanspruchung von Außen durch eine zu hohe Dämpfung so langsam einfedert, dass der eigentliche Einfederweg, in der Zeit wo die Beanspruchung von Außen anliegt, gar nicht komplett zurückgelegt wird. Das ist dann auch das, was man als bockig empfindet. Da reden wir aber eher von Millimetern, die die Gabel zu wenig einfedert und nicht von Zentimetern.


    Achja, bevor du an der Gabel was änderst, was fährst du denn für Reifen und mit welchem Kaltluftdruck?

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