Thermische Beanspruchung und Scherwirkung. Bei modernen Motorölen werden unterschiedlichste Zusatzstoffe beigemengt, die unterschiedlichste Funktionen haben und in Summe eine gute Schmierung des Motors in unterschiedlichsten Betriebszuständen über einen möglichst langen Zeitraum gewährleisten sollen. Nachdem was ich gelesen und so wie ich es verstanden habe sind diese Zusatzstoffe empfindlich gegenüber thermischer und mechanischer Beanspruchung, sodass die Molekülketten bei starker Beanspruchung aufbrechen können und ggf. andere Verbindungen eingehen. Die Eigenschaften vom Öl verändern sich dadurch allmählich mit der Zeit. Es altert quasi. Das ist ein schleichender Prozess, der sich wohl, einmal angestoßen, auch im Stillstand langsam fortsetzt aber eben hauptsächlich durch starke thermische und mechanische Beanspruchung beschleunigt wird.
Alles anzeigen
Das ist Alles richtig, ich will wirklich nicht Molekül im Motorradgetriebe sein, das tut richtig weh. Die Scherkräfte schneiden diese langen Moleküle durch. Aber: Im Öl sind Additive, die diese Moleküle zum Teil "heilen" können. Und auch richtig, das Öl wird immer schlechter. Allerdings dauert es schon recht lange, bis das Öl zu schlecht ist.
Auf der Strasse wird man das Öl in zwei Jahren auch bei robuster Fahrweise nicht "mechanisch" so kaputt bekommen, dass der Motor leidet. Es sei, man macht aus jeder Ampel einen GP-Start (das erklärt dann auch, warum die Reifen so schnell abgefahren sind). Und was die Temperaturen angeht: Im Stau bekommt das Öl deutlich mehr thermischen Stress als bei schneller Fahrt.
Ich hab Rennstreckenkumpels, die Motoren mit um 50.000 Rennstreckenkilometern mit Minimalstpfege (Ölwechsel alle 10.000 km, also nach 3 bis 5 Jahren) zerlegt haben und die Getriebe sahen aus wie neu.
Für ein Strassenmoped wird man immer auf der sicheren Seite sein, wenn man ausserhalb der Garantie die streckenbezogenen Ölwechselintervalle einhält.
Da ists so wie immer: Die Ölhersteller wollen gerne verkaufen (wobei: Wer vertraut einem Ölhersteller, der sagt das ach so tolle Öl ist nur ein Jahr gut, danach schlecht?) die Mopedhersteller Gewährleistung vermeiden, in der Werkstatt Umsatz machen. Es liegt in Aller Interesse, viel Umsatz zu machen. Auch wenns technisch nicht notwendig ist.
Würde unsere Motorradjournallie die Öl-und Mopedhersteller mal so richtig in die Zsnge nehmen, ob ihre Produkte wirklich so schlecht sind, dass man da permanent rumwechsel muss, ob die uns wirklich so einen liederlichen Dreck verkaufen, da würden wir ganz Anderes zu hören bekommen.
Wahrscheinlich werden auf den Märkten im globalen Süden die gleichen Fahrzeuge und Öle mit komplett anderen Botschaften verkauft, da eher Langlebigkeit, lange Serviceintervalle usw. ...