Beiträge von Aries

    Die Argumentation ist so nicht ganz richtig, denn selbst wenn das gleiche ABS-Modul und das gleiche ABS-Steuergerät verbaut ist, heißt es doch noch lange nicht, dass softwareseitig auch die gleichen Eingriffszeiten programmiert sind.


    Es ist leicht daher gesagt, dass das ABS anfängt zu regeln, wenn das Rad blockiert. Rein messtechnisch gesehen ist es aber gar nicht möglich nur anhand der Signale vom ABS-Sensor festzustellen, ob ein Rad tatsächlich blockiert oder nicht. Vom ABS-Sensor selbst und in Verbindung mit dem ABS-Ring kommt ja während der Fahrt letztendlich erstmal nur über einen gewissen Zeitraum ein Signal und anschließend über einen gewissen Zeitraum kein Signal und dann wieder ein Signal und dann wieder kein Signal usw. usw. usw.


    Bsp.: Angenommen ich fahre konstant 100 km/h und bei 100 km/h kommt vom ABS-Sensor regelmäßig alle 10 ms ein Signal. Plötzlich mache ich eine Vollbremsung woraufhin nach 100 ms immer noch kein Signal vom ABS-Sensor kommt. Woher weiß das ABS-System, dass das Rad bereits blockiert und sich nicht einfach nur vielleicht 10 mal langsamer dreht als vorher oder ich vielleicht schon den Bremsvorgang beendet habe und bereits mit dem Motorrad zum Stillstand gekommen bin?


    Das ABS weiß von selbst erstmal nichts und auch nicht wieviel Zeit bis zum nächsten Signal vom ABS-Sensor bei einer Vollbremsung aus 100 km/h vergehen darf, bevor das Rad blockiert und es den Bremsdruck verringern muss. Sind es 100 ms, 50 ms, 25 ms oder 10 ms? Das ABS weiß nicht wie lang es dauert ein Motorrad von 100 km/h auf 0 zu verzögern.

    Die zeitlichen Kriterien, die entscheiden, ob ein ABS in den Bremsvorgang eingreift oder nicht, müssen deshalb erstmal vorab durch eine entsprechende Programmierung des ABS-Steuergerätes vordefiniert werden.


    Durch die Wahl von Grenzwerten, kann der Hersteller dann festlegen, wie früh oder wie spät ein ABS regulierend in einen Bremsvorgang eingreifen soll. Werden die Eingriffszeiten größer gewählt, lässt das ABS mehr Schlupf zu und ermöglicht so besonders im trockenen eine bessere Verzögerung. Die Nachteile sind dann aber ggf., dass ein Motorrad während einer Vollbremsung im trockenen eher zu einem Stoppie neigen kann und das ABS dann auch im nassen etwas zu spät eingreift und das Rad zu lang blockiert.

    Werden die Eingriffszeiten kleiner gewählt, lässt das ABS weniger Schupf zu, wodurch zwar bei einer Vollbremsung im trockenen weniger Verzögerung erreicht wird, aber das Motorrad während des Bremsvorgangs im trockenen und auch im nassen stabiler und vor allem kontrollierbarer bleibt.


    Ein Hersteller wie Honda hat z.B. in der Vergangenheit häufig sehr viel Wert darauf gelegt, dass die Motorräder in jeder Situation gut kontrollierbar sind und zum Leid von Hobbyrennstreckenfahrern selbst bei ihren Supersportlern die Eingriffszeiten vom ABS recht kurz gewählt, sodass das ABS recht früh eingegriffen hat.

    Ein Hersteller wie Ducati hat z.B. bei der Abstimmung des ABS eher den sportlichen Ansatz verfolgt und in der Vergangenheit bei manchen Modellen auch bewusst Stoppies zugelassen.

    Bei aktuellen Motorrädern gibt es sogar mittlerweile unterschiedliche Kennlinien mit unterschiedlichen Eingriffszeiten, die im ABS-Steuergerät hinterlegt sind, welche dann teils fest an Fahrmodi gekoppelt sind oder auch manuell vom Fahrer ausgewählt werden können.


    Zu glauben, dass das ABS keinen oder nur einen geringen Einfluss auf die Stoppieneigung eines Motorrades haben kann, da es eh immer erst auslöst, wenn das Rad blockiert, ist so nicht richtig. Denn die vom Hersteller gewählte Abstimmung des ABS kann sehr wohl einen Einfluss auf die Stoppieneigung eines Motorrads haben und wird vom Hersteller nicht selten auch explizit so ausgelegt, dass die Wahrscheinlichkeit eines Stoppie so gering wie möglich ist.


    Das Gefühl von Graezer, dass die Regelung des Stillstandes deutlich unterschiedlich behandelt und programmiert wird, ist daher nicht nur ein Gefühl.

    Ein ABS erkennt ja nicht wirklich, ob ein Rad blockiert oder nicht! Der ABS Sensor erkennt nur, ob gerade direkt vorm Sensor ein Loch vom ABS-Rings ist oder nicht. Jedes mal wenn ein Loch am Sensor vorbeikommt, gibt der Sensor ein Signal. Über die Häufigkeit der Signale innerhalb eines Zeitraums wird dann die aktuelle Geschwindigkeit des Rades bestimmt. Bremst man nun, werden die zeitlichen Abstände zwischen den Signalen immer größer. Blockiert das Rad, kommt auch kein Signal mehr vom ABS-Sensor. Wieviel Zeit vergehen darf, bis das nächste Signal spätestens kommen muss und das ABS-System nicht mehr davon ausgeht, dass es sich nur um eine starke Bremsung sondern um ein blockierendes Rad handelt, wird von den Herstellern und für einzelne Modelle ganz unterschiedlich festgelegt.


    Ob du nun den Schwerpunkt über die Federbasen/Federvorspannungen senkst oder durch verlängern des Radstandes nach hinten verlegst, ist im Grunde eigentlich egal. In beiden Fällen veränderst du die Geometrie des Motorrades. Die Federbasen senken ist nur weniger aufwendig. Einfach mal ausprobieren

    Auch von mir gute Besserung! Schön, dass es unter den Umständen dann doch noch irgendwie halbwegs glimpflich ausgegangen ist.


    Das ABS der XSR900 greift wirklich spät ein, wodurch die Gefahr eines Stoppie größer ist als bei Mopeds, bei denen das ABS schon früher anfängt zu regeln. Allerdings wird dadurch auch der Bremsweg etwas länger. Dann hättest du wahrscheinlich keinen Stoppie gemacht, wärst dafür aber ggf. mit samt dem Moped im Heck gelandet.

    Was gegen Stoppies etwas helfen kann ist den Schwerpunkt des Motorrades etwas herabzusetzen, also die Federbasis an der Gabel und am Federbein etwas runterzuschrauben. Je nach Fahrergewicht können da 1-2 mm schon einen großen Unterschied machen.

    Nö, ich hab kein Hauptständer oder einen anderen Kettenschutz oder irgendwas anderes in dem Bereich verbaut gehabt. Kette, Ritzel, Kettenrad waren zu dem Zeitpunkt auch noch original. Das Rasselgeräusch war auch nur in Schräglage zu hören, sobald man geradeaus gefahren ist, war es wieder weg. Ich vermute, dass durch die Kompression vom Fahrwerk in der Schräglage, die Kette nochmal mehr Spiel bekommt und die Kette dann an der Seite irgendwo leicht geschliffen hat.

    Ich fahre jetzt seit gut 12.000 km mit einem Kettenspiel von 5-15 mm. Als ich die Kette das erste mal nach Werksvorgabe gespannt habe, fand ich auch, dass das Surren der Kette etwas lauter geworden ist. Hab dann aber die Kette noch mal frisch geschmiert, was einiges gebracht hat. Für mein Empfinden läuft die Kette mit einem Kettenspiel von 5-15 mm einiges leiser als vorher mit 15-25 mm. Das Surren der Kette höre ich eigentlich nur, wenn ich mit Stützgas fahre oder mein linkes Bein vom Motorrad wegstrecke. Sobald ich Gas gebe höre ich es nicht mehr. Vielleicht habe ich mich aber auch einfach schon daran gewöhnt oder das Surren ist einfach in einem Frequenzbereich, in dem ich nicht gut höre.


    Dass die Kette oder das Ritzel bei einem Kettenspiel von 5-15 mm womöglich Schaden nehmen, kann ich ausschließen. Ich fahre mittlerweile seit etwa 3000 km sogar mit einem Kettenspiel von 5-10 mm. Normalerweise habe ich eher so 10-15 mm eingestellt aber beim letzten mal Kettespannen ist es dann doch etwas straffer geworden. Da 5-10 mm aber noch innerhalb der Vorgabe sind und ich keine Lust hatte die Kette nochmal neu zu spannen, habe ich es dann so gelassen. War aber am Anfang auch wirklich skeptisch, da 5-10 mm schon echt straff ist. Nach nun 3000 km ist das Kettenspiel aber immer noch absolut unverändert, sodass man eigentlich schon ziemlich sicher ausschließen kann, dass die Kette oder das Ritzel bei einem Kettenspiel von 5-10 mm überbeansprucht werden.


    Was mir am Anfang mal aufgefallen ist, als ich noch die Originalkette drauf hatte und das Kettenspiel so zwischen 15-25 mm eingestellt habe, dass wenn das Kettenspiel mal Richtung 25-30 mm geht, die Kette dann bei mir in Schräglage irgendwo angefangen hat zu schleifen. Wo genau kann ich nicht sagen und ich weiß gerade auch nicht mehr, ob es eher in Rechts- oder in Linkskurven aufgetreten ist, aber es war ein relativ deutlich zu hörendes Rasselgeräusch, was dann erst verschwunden ist, als ich die Kette wieder etwas nachgespannt habe.