Fahrwerkseinstellung - Setup Gabel und Federbein

  • #81

    Habe gestern mal die Zugstufe hinten um 1/2 Umdrehung Richtung SOFT gedreht und die Vorspannung um eine Stufe verringert. Ich vermute mal, dass die Änderung der Vorspannung eigentlich nicht viel bringt - mal davon ab, dass ich gefühlt ein wenig tiefer saß - und habe sie heute morgen wieder auf den Urspungszustand zurückgestellt.
    Die Reduzierung der Zugstufe war aber scheinbar eine echte Wohltat, das Töff fuhr sich SO schön weich gestern. Jetzt war ich gerade an der Tanke und habe gesehen, dass der Luftdruck hinten da wohl nicht ganz unbeteiligt dran war; der lag nämlich bei 2.6 :lol: Jetzt ist die Frage ob es der Luftdruck oder doch die Vorspannung war - gerade fuhr sich das Töff nämlich wieder merklich härter -, habe ja heute morgen sowohl Luftdruck als auch Vorspannung parallel verändert.


    Ich fahre Reifen ungern mit einem anderen Druck als empfohlen, 2.6 finde ich da schon nicht so toll - man könnte eventuell damit leben, wenn man ihn sehr regelmäßig prüft und vor langen schnellen Touren wieder erhöht. Überlege den standardmäßig vielleicht auf 2.7 zu pumpen?!?
    Ich kenne mich mit zügigen, eher sportlichen Bikes aber gar nicht aus. Was denkt ihr denn, wo so die Grenzwerte liegen?


    Ansonsten war ich (bzw. mein Rücken) gestern total zufrieden; mir war das Fahrwerk in der Einstellung schon fast zu weich muss ich sagen. Fuhr sich super angenehm aber ich hatte das Gefühl, dass es einen Tick zu schwammig ist. War auf jeden Fall so, dass ich dachte vielleicht doch um einen neuen Dämpfer drum herum zu kommen.


    Ah so: Nackisch wiege ich 85 kg, mit Geraffel habe ich mich noch nicht gewogen. Ich vermute mal, dass mein Fahrgewicht so bei um die 90 kg liegt...

    Grüße
    Marian

  • #82

    Hallo,


    super ... danke für die Info!


    Gewichtsmässig sind wir ziemlich "eins" :dance:


    Ich hatte durch die Änderung der Zugstufe ja auch schon ein wesentlich besseres Ergebnis erziehlt.
    Der Luftdruck meines Hinterreifen ssollte eigentlich noch bei den "Standard 2,9 bar" liegen.


    Du muss Dir aber wegen der 2,6bar oder 2,7bar wirklich "keinen Kopf machen".
    Die Industrie hat sich irgend wann mal darauf geeinigt einen Luftdruck "vorzuschreiben", der unter allen Betriebsbedingungen ohne Probleme funktioniert.
    Das ist natürlich ein Kompromiss, wie vieles im Leben.


    mit 2,5bar und 2,9bar kannst Du lange Hochgeschwindigkeitspassagen sowie auch durch das Kurvengeschlängel fahren.
    Mit dieser Einstellung allerdings "besser" auf der Autobahn ;)


    Der Mensch ist ein faules Gewohnheitstier und prüft deshalb nur selten den Luftdruck (man sollte ein RDKS für Motorräder vorschreiben).
    Würde er das tun, könnte er den für die anstehende Fahrt passenden Luftdruck befüllen.


    Wenn Du nicht mit Zusatzlast und Hochgeschwindigkeit unterwegs bist, kannst Du dich ruhigen Gewissens von den 2,5bar, 2,9bar verabschieden.
    2,3bar und 2,5 oder 2,6bar sind vollauf ausreichend für die Landstrassenfahrt und bringen so einiges mehr an Komfort.


    Die Verbesserung die Du gespürt hast basierte wohl auf den beiden Komponeneten.
    Zugstufe und Reifendruck.


    Wie gesagt. Lass es ruhig so und geniesse die Verbesserung.
    Für längere Autobahnetappen muss Du eben wieder nachjustieren.


    Gruß
    Harald

    ---------------------
    Gruss
    Harald

  • #83

    Wenn man etwas neues an den Einstellungen probieren will, verändert man immer nur EINEN Parameter gleichzeitig. (M. E. kann man die Zugdämpfung recht eng einstellen, aber die Vorspannungen vollständig raus nehmen.) Bez. Luftdruck schließe ich mich meinem Namensvetter :greetings-wavegreen: an.


    PS: Da ein Möppitank eh meist nur um die 200km reicht, prüfe ich sogutwie bei jeder Fahrt den Reifendruck und passe ihn der Aussentemperatur und meinem Fahren an. (AB fahr ich nur im Not(!)fall, also Regen z. B.)

    Bonne Route, Harald,
    mittlerweile reiner Genussfahrer.
    ErFahrung > 350kkm
    MTM850 garage grey

  • #84


    Ich weiß :oops:
    Hatte vor ein paar Tagen die Vorspannung verringert (was mir gefühlt nicht so extrem was gebracht hat) und gestern dann die Zugstufe (sry, oben nicht korrekt ausgedrückt). Da das Ergebnis merklich besser war, wollte ich es mit der veränderten Zugstufe alleine testen und habe daher heute morgen die Vorspannung wieder auf "Standard" gebracht. Dass ich nun Luftdruck UND Vorspannung parallel verändert habe, war nicht geplant. Ich war halt gerade an der Tanke und dachte, dass ich den Luftdruck auch gleich mal prüfen sollte. Da der so weit unter den 2,9 war, habe ich halt instinktiv wieder nachgefüllt. Nicht darüber nachgedacht; nächstes mal bin ich hoffentlich cleverer :oops:


    Dass Du die Vorspannung komplett raus nimmst, finde ich interessant. Du bist zwar leichter als ich aber komplett ohne Vorspannung??? Sackt die Maschine dann nicht beim Aufsitzen extrem ein? Dann sitze ich ja wieder aufm Boden und hätte doch ein kleineres Töff nehmen können, oder? :D
    Sry, Du merkst, ich bin totaler Neuling - an meiner 125er damals konnte ich zwar die Vorspannung einstellen; aber das will ich mal nicht mit der XSR vergleichen.

    Grüße
    Marian

  • #85

    Hallo,


    ich würde wie schon des öfteren erwähnt die Vorspannung "einmal" korrekt einstellen und dann nur noch bei wesentlicher Beladungsänderung anfassen.
    Die Änderung der Vorspannung wird zwar manchmal auch bewusst zur Veränderung der Fahreigenschaften eingesetzt (je höher desto "kippeliger / wendiger" durch den steileren Lenkkopfwinkel) , was aber mMn bei der XSR aufgrund des nicht wirklich super hochwertigen Fahrwerks kontraproduktiv sein wird.


    Lade Dir z.B. bei Wilbers oder woanders (das XSR Handbuch zeigt auch wie es geht) eine Anleitung herunter und stelle den Neativfederweg aus Basis Deines "Kampfgewichtes" ein. Nur so kann die Federung ihre Wirkung voll entfalten.
    Die Änderung der Einstellung hat grundsätzlich keinerlei Auswirkung auf die Härte des Fahrwerks, weil die durch die Härte der Feder (und die ist Fix) bestimmt wird.
    Obwohl das häufig angezweifelt oder mißinterpretiert wird, ist das doch richtig.


    Wird der Negativfederweg "zu groß" gewählt und sitzt das Fahrwerk somit "recht tief", kommt die Feder recht schnell an ihr Ende. Das ist dann teilweise gefühlt etwas härter, weil in diesem Bereich mehr Kraft aufgewendet wird.
    Das ist aber total sinnbefreit, weil das Fahrwerk eben nicht mehr sinnvoll arbeitet.


    Also ... eine zweite Person genommen und einmal das ganze Thema erledigen.
    Vorne und hinten. Den Rest dann mit der Zugstufe in kleinen, reproduzierbaren Schritten verändern.
    Nach einiger Zeit hat man dann "die" persönliche Einstellung gefunden.


    Entweder es passt dann oder nicht. Wenn nicht kann man schrauben und hoffen wie man will. Dann passt die Feder u.U. nicht zum persönlichen Gewicht :oops:


    Dann geht nur ... abnehmen oder neue Feder kaufen :doh:


    Gruß


    Harald

    ---------------------
    Gruss
    Harald

  • #86


    Dazu zitiere ich mich einfach von weiter oben.


    Tante Edith: Ich äußere mich und kann beurteilen, was Straßenmopeds anbelangt. Ich bin lediglich einmal eine Runde auf einem Ring gefahren. Davon hab ich keine Ahnung und das interessiert mich auch nicht. (Einmal hatte ich zufällig Regen-Rennreifen unterm Hintern zum verbrauchen. Schon beeindruckend so ein Grip!)

    Bonne Route, Harald,
    mittlerweile reiner Genussfahrer.
    ErFahrung > 350kkm
    MTM850 garage grey

  • #87

    Da der so weit unter den 2,9 war...


    Das ist der ganz allgemeine angegebene Wert für fast alle...
    fahre bewusst 2.6 und das ist für mich schon viel.


    Übrigens... für diese Werte nur einen guten Luftprüfer nehmen. Die Dinger an der Tanke gehen meist nach dem Mond...

    viele Grüße
    Jens

  • #88



    Hehe, Dirk
    Aber ohne Motor wird's ja gar nichts ;) :eusa-snooty:


    Der Viertel bezieht sich nur auf den Federweg, bzw. das Schaukelpferdgefühl auf einer alten Enduro. ;)

  • #89

    Jürg,


    danke für die Info - ich vermutete das zwar, aber bei Deiner Vorlage konnte ich nicht anders :lol: :icon-mrgreen: :lol: ...

  • #90


    Ich habe das Fahrwerk mal mit den Werkseinstellungen Vorne und Hinten durchgemessen und kam zu folgendem Ergebnis (67kg Gewicht Solo:(


    Telegabel 16mm Vorspannung:
    Federbasis (Gabel komplett entlastet) ergab bei mir gemessen 142mm (laut Werksangaben 137mm)
    Statischer Negativfederweg N1 (Gabel nur mit Motorrad Eigengewicht belastet ergab 107mm) ist damit die Differenz N1 zur gemessenen Federbasis: 142mm - 107mm = 35mm
    Dynamischer Negativfederweg N2 (Gabel mit Eigengewicht des Motorrades und des Fahrers (67kg) belastet ergab 97mm) ist damit die Differenz N2 zur Federbasis: 142mm - 97mm = 45mm


    Wenn man von der Regel 30% gesamter Negativfederweg ausgeht ergibt sich 142mm * 30% = 42,6mm (Bei 10% Toleranz wäre ich mit 45mm mitten drin statt nur dabei ;) )


    Damit ist die Federrate an der Gabel in Ordnung. Ich könnte den Wert noch durch vorspannen verkleinern aber damit würde die Maschine vorne noch höher kommen. Dieses
    ist aber ein Problem wenn man sich die Messergebnisse hinten (also dem Federbein) anschaut:


    Federbein auf Stufe 4:
    N1 ergab 3mm


    Daher habe ich auf Stufe 2 reduziert:
    N1 ergab 5mm
    N2 ergab 19mm


    Wenn man 130mm Gesamtfederweg annimmt und 30% davon errechnet ergibt das 39mm :icon-eek:
    Damit habe ich einen in meinem Gewicht viel zu niedrigen Negativfederweg und die Federrate ist für mich hinten viel zu hart :!:


    Nun ist aber die Vorspannung schon von mir auf Stufe 2 gesetzt worden und hängt damit hinten tiefer. Hier sehe ich auch das Problem die Vorspannung vorne mehr
    zu erhöhen denn dann hätte ich hohe Front und tiefes Heck.


    Habe heute mit diesen Einstellungen ceteris paribus eine kleine Runde gedreht und es war ein durchaus schnelles Tempo möglich. Jedoch fühlte sich die Gabel vorne leicht höher an.


    Fazit ist damit, dass die Gabel wohl eine (für mich) vernünftige Federrate hat und ich hier erstmal kein Handlungsbedarf sehe. Das corpus delicti ist das hintere Federbein.
    Mal sehen, ob ich mit der härte Leben kann oder ob was anderes her muss.


    Soweit erstmal, jetzt werde ich mich an die Zugstufen machen...

  • Hey,

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