Ich habe nicht gesagt, dass die R1 die beliebteste ist. Die S1000RR hat halt schon immer den Vorteil gehabt, dass sie sich von der Ergonomie auch sehr gut für größere Fahrer geeignet hat, weswegen sie sich gerade bei Käufern aus Mitteleuropa, die eben tendenziell etwas größer gewachsen sind, besonderer Beliebtheit erfreut. Weltweit sieht das dann wieder etwas anders aus. Aber darum geht es mir ja gar nicht. Die R1 ist ja trotzdem sehr beliebt gewesen, deutlich beliebter als z.B. eine Kawasaki, Suzuki, Honda oder Aprilia. Wenn man bei der R1 die Bremsen aufgepimpt hat, ist das Motorrad sofort konkurrenzfähig. Die meisten Hobbyrennfahrer werden das bisschen mehr an Performance, dass vielleicht ein moderneres Motorrad mittlerweile bietet rein fahrerisch niemals abrufen können. Wenn du jemand bist, der das kann, dann ist das natürlich schön für dich, aber dann gehörst du eben zu einer sehr kleinen Gruppe von Menschen. Das Grundkonzept der R1 funktioniert für den Kunden bereits oder immer noch sehr gut und ist konkurrenzfähig, also warum soll Yamaha was ändern? Klar kann man sich fragen, warum es Yamaha all die Jahre nicht hinbekommen hat einfach mal performantere Bremsen zu verbauen, die auch auf der Rennstrecke funktionieren. Wobei ich nicht weiß, ob die Bremsperformance bei der R1 Race immer noch ein Thema ist. Für die WSBK ist das aber eh nicht relevant, da sie hier eigene Bremsen verwenden können.
Mal ehrlich, würde doch jeder von uns an Stelle von Yamaha wahrscheinlich genauso machen und sich fragen, wo der Nutzen für einen selbst ist mehrere Millionen für Neuentwicklungen zu investieren, wenn das aktuelle Paket für den Kunden doch bereits funktioniert und die Chancen gut stehen, dass du das Geld auf dem Markt gar nicht wieder reinholst. Nur um in der WSBK mithalten zu können? Wie gesagt, es gibt für die Hersteller bereits die MotoGP, wo sie im Grunde nur für das Markenimage massig Geld verbraten. Da braucht es nicht noch eine WSBK mit genau dem gleichen Ansatz. Dass die Veranstalter der WSBK dann den Herstellern entgegenkommen und Ungleichheiten in der Performance durch Sprit- oder Drehzahlregulierung angleichen, kann ich total nachvollziehen. Sonst würden sich sehr wahrscheinlich noch mehr Hersteller aus der WSBK verabschieden und das möchte doch keiner.