XSR 900 und Andere auf der Renne

  • #144

    Du erzählst das wirklich in Dauer-Schleife, wie soll das denn bei einem Rundstrecken Neuling passieren? Strecke lernen, Schaltpunkte und richtige Gänge finden, Bremspunkte ausloten und merken…


    Die Serienbeläge haben Zolder, Assen, und Venray in der freien Gruppe überstanden, wie auch die S23. Gleiches wusste auch der wahnsinnige fliegende Holländer auf seiner Gp zu berichten, und der war in Assen beim Training, für ein Serien-Setup, mal richtig flott unterwegs, Super Typ btw.

    Wenn man kein reines Rennmoped baut, aber meint was machen zu müssen, wären die TRW Lucas SRT Sinter Road & Track einen Gedanken wert, die haben Strassen-Zulassung, verzögern im Alltag kalt sofort und böten im Bedarfsfall höhere thermische Belastbarkeit, auch auf der Rennstrecke.

    Das löst aber das thermische Problem im Renneinsatz nur begingt, da die 300er Serien-Scheiben dann irgendwann Stress machen, da kann man schon auf die R9 Bremse neidisch werden… Aber wie gesagt, für gelegentliches Spass haben tut es Gp Serie auch.


    Aber mal ein ganz anderer Gedanke, wie hast du dein Abs eingestellt? Ggf. könnte da eine mögliche Erklärung für die unterschiedlichen Erfahrungen mit den Belägen liegen.

    Cu Mick
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    Ich fahr zur Hölle, braucht wer was?

  • #145

    Was soll denn das ABS jetzt mit Belagfading zu tun haben? Das ABS hat was mit dem Reifengrip zu tun....


    Der Durchmesser der Bremsscheiben macht übrigens nichts an der Hitzeverträglichkeit der Bremse aus. Denn die Bremse baut mit einem Wirkungsgrad von 100% kinetische Energie in Wärme um. Und da die kinetische Energie beim Bremsen von Masse und Geschwindigkeitsdelta abhängig ist, fällt immer die gleiche Wärmemenge an, unabhängig vom Bremsscheibendurchmesser. Und da sind wir dann wieder beim Belag.....


    Grössere Bremsscheiben geben der Bremse mehr Leistung, das stimmt, man kann bei gleicher Handkraft stärker verzögern, allerdings fällt die gleiche Wärmemenge dann in kürzerer Zeit an, wobei kürzere Zeit relativ ist, so ein Bremsmanöver dauert bei ansonsten gleichen Bedingungen ein oder zwei Zehntel weniger. Um die höhere Leistung der grösseren Bremsscheibe effektiv nutzen zu können würde man dann im Grunde noch leistungsfähigere Bremsbeläge benötigen, weil die Temperaturen noch höher werden, gleiche Wärmemenge in kürzerer Zeit.


    Ach so, ich hab am ABS nichts verändert, warum auch? Die Dunlop D213 haben soviel Grip, dass ich das Motorrad nicht in den Regelbereich bringe.



    Und gerne nochmal: Die Originalbeläge sind auf der Renne recht schnell aus dem optimalen Temperaturfenster raus. Deshslb sollte man was für die Renne geignetes reinstecken. Und auch keine halbgaren Kompromisse, weder bei Reifen noch bei Bremsbelägen. Denn damit geht einem ganz schnell das Talent aus. Da würde ich einen zweiten Radsatz mit für die Renne geeigneten Reifen empfehlen und die Bremsbeläge für die Renne tauschen.


    Ich mach das jetzt über 10 Jahre, und die Erfahrung zeigt ganz klar: Als durchschnittlich begabter und ehrgeiziger Fahrer bringt man Strassenreifen und Standard-Bremsbeläge sehr schnell an deren Grenzen. Und dann liegt man schon mal im Kiessbett. Oder man hat einfach keinen Spass, weil es sich beim Fahren einfach schlecht anfühlt.


    Aber es kann ja jeder seine Erfahrungen im Kiessbett machen.

  • #146

    Der alte Herrhausen hat mal gesagt, die meiste Zeit geht dadurch verloren, dass nicht zu Ende gedacht wird.


    Vielleicht was interessantes zum Thema Strassen-Abs auf der Renne, scheint ja neu zu sein für dich:

    Ist bei Yamaha und der Gp schon mal einen Gedanken wert, da das System bekannter weise ja eher konservativ ausgelegt ist. Über die Abs-Einstellung kann man das etwas zurück nehmen, der arme Belag wird weniger malträtiert, daher meine Frage.


    1. Gefühltes „Bremsversagen“ durch Schlupf-Fehlinterpretationen: Durch die Hitze und den veränderten Reibwert der Beläge fängt der Reifen an, unregelmäßig Grip aufzubauen. Erkennt die IMU ein leicht abhebendes Hinterrad (Stoppie-Neigung) oder ungleichmäßige Radgeschwindigkeiten, öffnet das ABS die Bremse.

    2. Der sg. „Gummiband-Effekt“: vor der Kurve maximal verzögern, mit heißer Bremse, und plötzlich macht das ABS die Bremse für Sekundenbruchteile komplett auf. Adrenalin… und „gefühltes Fading“.

    3. Zusätzlicher Hitzeeintrag durch ABS-Regelung: Regelt das ABS im Dauermodus (schnelles Öffnen und Schließen der Ventile), entstehen extrem ungleichmäßige Temperaturspitzen auf der Bremsscheibe. Das verstärkt das Fading zusätzlich.


    Übrigens mit viel Aufwand werden sg. Abs-Eliminatoren (Preise um 300-1000€) integriert in den Bus, für den Renneinsatz entwickelt, oder auch schon mal einfach hemdsärmelig die vorderen Bremsen am Abs vorbei angeschlossen und Blindstopfen auf den Verteiler geschraubt.

    Du siehst, meine Frage zielte darauf ab, ob das von dir beschriebene Fading der Beläge ursächlich anders begünstigt sein könnte.


    Eine 320er Scheibe verbessert gegenüber der 300er Serie den Hebel und hat natürlich eine deutlich bessere Wärmeableitung, da einfach mehr Fläche dafür zur Verfügung steht. Gleicher Hitzeaufbau, bessere Ableitung. Mit Gründe, weshalb die R9 und die Mt-09 Sp eben genau dieses Update bekommen haben.

    Nur weil man 10 Jahre gehämmert hat, ist nicht alles andere ein Nagel, auf „so isses“ kann ich nicht.

    Und wenn es in den Kies ging, lag es am Talent, nicht an der Bremse… bei mir jedenfalls.

    Cu Mick
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  • #147

    Konservativ heißt ja, dass das ABS früher eingreift. Bei der alten RN43 würde ich sagen, dass das ABS schon eher sportlich abgestimmt ist und erst sehr spät eingreift. Da greift das ABS bei anderen vergleichbaren Straßenmotorrädern deutlich früher. Ist die Auslegung vom ABS bei der neuen XSR900 und der GP jetzt anders?

  • #148

    Also, gerne nochmal: Die Vergrösserung der Fläche der Bremsscheibe zur Wärmeableitung aufgrung grösseren Durchmessers spielt so gut wie keine Rolle. Von 300 auf 320 mm vergrössert sich die Fläche nur minimal, das sind weniger als 5 %, spielt also im Hobby-Bereich absolut keine Rolle. Du kannst es auch einfach mal ausrechnen, das ist ja nicht schwer.


    Wie geschrieben hast mit grösseren Bremsscheiben eine bessere Übersetzung der Bremse. Bei gleicher Handkraft eine grössere Verzögerung oder bei gleicher Verzögerung weniger Handkraft und damit bessere Dosierung. Was aber nichts an der zu vernichtenden kinetischen Energie und damit in der Bremse anfallenden Wärmemenge ändert. Und wir haben es ja ausgerechnet, die Fläche wird nur minimal grösser, unter 5%. Spielt also keine Rolle.


    Und schön was Du alles übers ABS geschrieben hast, das ist aber absolut irrelevant für das Temperaturfading der Bremse. Das ABS nimmt Bremsleistung zurück, wenn der Grip am Reifen runtergeht. Kommen die Beläge ins Belagfading, dann bremst die Bremse weniger stark und die zu übertragende Kraft zwischen Reifen und Strasse wird geringer, das ABS kommt nicht in den Regelbereich.


    Der Gummibandeffekt ist wohl eher was für Betriebszustände, in denen die Bremse noch volle Leistung hat, der Grip der Reifen aber schon wegen Überhitzung abbaut. Dann spürt das ABS den Schlupf und nimmt die Bremse zurück. Was eben auf der Rennstrecke für rennstreckentaugliche Reifen spricht, die das vom Compound her gut wegstecken können.


    Und das ABS kommt auch nur dann ins Spiel, wenn es arbeitet. Nur bin ich nicht einmal in den Regelbereich reingekommen. Weil eben Grip genug. Dunlop D213.....


    Das was Du schreibst klingt alles wie aus dem Verkaufsprospekt abgeschrieben, mit Physik hats nur wenig zu tun.

  • #149

    das hängt davon ab wie man das Abs bei der Gp einstellt. Da gibt es auch ein Video zu wo sich 2 Cracks darüber ausgelassen haben, dass das Hauptproblem mit der Bremse der Gp die Abs Software wäre.

    Cu Mick
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  • #150

    Hier werden doch zwei Themen vermischt: Das Regelverhalten des ABS und Belagfading.


    Das Regelverhalten des ABS ist in erster Linie vom Reifengrip abhängig. Mit einem in Öl getränkten Reifen hat man keinen Grip, das ABS nimmt die Leistung sofort zurück. Mit einem gut grippenden Reifen muss man erst mal kräftig genug in die Bremse greifen, bis der Grip nicht mehr ausreicht und es überhaupt zu Schlupf kommt. Bei meiner Tenere 700 hat das ABS hinten mit den Originalreifen in jeder Serpentine geregelt, mit Conti CTA3 oder Metzeler Tourance Next überhaupt nicht mehr.


    Und ja, manch ABS macht früher auf als andere. Und ja, da kann man bei einigen ABS dran drehen. Manche sind halt extrem "vorsichtig" abgestimmt, andere "garstig".


    Aber solange man da nichts verstellt, spielt das auch keine Rolle, dass man was verstellen könnte.



    Und bei Belagfading kommts ABS eh nicht zum Einsatz, weil abgekochte Bremsbeläge einen gut grippenden Reifen nicht an die Haftgrenze bringen.

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